Häufige Fragen

Diese sind die 10 meistgestellten Fragen von Interessenten an der Freimaurerei. Sie wurden an Gästeabenden der Loge Carl zur Eintracht oder in persönlichen Gesprächen mit Freimaurern unserer Loge gestellt und lassen erkennen, auf welchen Gebieten ein besonders großes Informationsbedürfnis besteht. Die Antworten sind ein Versuch, die Fragen umfassend und ohne Umschweife zu beantworten, ohne dem Anspruch der Vollständigkeit zu genügen.

Freimaurerei ist das, was man neudeutsch als „Persönlichkeitstraining“ bezeichnen könnte. Jedoch nicht zur Verwirklichung eigennütziger Ziele, sondern zur Verwirklichung von Idealen. Die Ideale der Freimaurer sind Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit. Lebenslanges Ziel eines jeden Freimaurers ist es, an der eigenen Vervollkommnung im Sinne dieser Ideale zu arbeiten. Darüber hinaus setzen sich Freimaurer jeglicher Herkunft auf der ganzen Welt für die Verwirklichung dieser Ideale ein, um das Zusammenleben aller Menschen zu verbessern. Die Verwirklichung der freimaurerischen Ideale wirkt sich in den drei Ebenen des menschlichen Daseins aus, die von der Freimaurerei adressiert werden: Der eigenen Vervollkommnung („schau in Dich“), der gesellschaftlichen Vervollkommnung („schau um Dich“) und der Auseinandersetzung mit dem Ewigen und der Unendlichkeit („schau über Dich“). Diese drei Ebenen werden, in Anlehnung an die Arbeit der mittelalterlichen Bauhütten, auch als „Erkenntnisstufen“ oder „Grade“ bezeichnet, nämlich als Lehrlingsgrad, als Gesellengrad und als Meistergrad. Das große Ziel der Freimaurer, also die Verwirklichung der Ziele Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit auf allen diesen drei Ebenen, wird von den Freimaurern als der „Tempel der Humanität“ bezeichnet. An seiner Verwirklichung arbeiten alle Freimaurer. Dies geschieht auf ganz persönliche Weise: Ein zufriedener Mensch, der mit sich im Reinen ist, hat in Verbindung mit ethischem und vorbildlichem Verhalten auch eine positive Wirkung auf sein persönliches Umfeld, ob im Familien- oder Freundeskreis oder auch im Beruf und in der Gesellschaft.
Da die meisten Logen als eingetragener Verein (e.V.) fungieren, unterscheiden sie sich rein äußerlich und hinsichtlich ihrer Struktur nicht von anderen Vereinen. Auch die regelmäßigen Zusammenkünfte ähneln in manchen Themenkreisen beispielsweise denen der so genannten „Service Clubs“, wie beispielsweise der Rotarier oder des Lions-Clubs. Im Vordergrund der Freimaurerei stehen jedoch stets ethische Ziele und das Ziel der Selbstvervollkommnung. Freimaurer treten zudem im Vergleich zu letztgenannten humanitären Vereinigungen von sich aus traditionell weniger an die Öffentlichkeit. So kommt es, dass in Deutschland vergleichsweise wenig über die umfangreichen sozialen Aktivitäten wie beispielsweise Spendenaktionen der Freimaurerei bekannt ist. Erst in jüngerer Zeit verstärken auch Freimaurerlogen ihre Öffentlichkeitsarbeit, um ihre Ideale und Aktivitäten einer breiteren Öffentlichkeit darzustellen.
Ein weiterer wesentlicher Unterschied zu anderen Vereinen liegt in der Praktizierung von Ritualen, die dem oben genannten Ziel der Selbstvervollkommnung dienen. Diese Rituale lehnen sich an die seit Jahrhunderten bestehenden Traditionen der Freimaurer an und werden regelmäßig, mindestens einmal im Monat ausgeübt. Mit dem Sinn und den Inhalten der Rituale beschäftigen sich weitere hier aufgeführte Fragen.
Das Geheimnis ist ein wichtiges Element der freimaurerischen Symbolwelt, auch wenn es in der Freimaurerei weit weniger Geheimnisse gibt, als gemeinhin angenommen wird. Viele „Geheimnisse“ der Freimaurerei, bis hin zu den Inhalten der Freimaurerrituale, kann man mittlerweile in frei erhältlichen Büchern und im Internet nachlesen.
Geheim ist beispielsweise die Art, wie sich Freimaurer einander zu erkennen geben, um in der Öffentlichkeit nicht gleich als solche erkannt zu werden. Diese Tradition rührt aus der Tatsache, dass insbesondere in diktatorischen Regimen Freimaurer aufgrund ihrer liberalen Haltung immer wieder gedemütigt und verfolgt wurden. Mit dem Geheimen einher geht die Verschwiegenheit, die als Tugend in der Freimaurerei eine wichtige Rolle spielt. Verschwiegenheit ist – wir kennen das alle aus echten Freundschaften – Basis für Vertrauen. Nur mit demjenigen, auf dessen Verschwiegenheit ich zählen kann, bespreche ich offen und ehrlich auch persönliche Angelegenheiten. Und Freimaurerei ist eine Form von gemeinsam praktiziertem und erlebtem Persönlichkeitstraining, beispielsweise in Form von Ritualen. Rituale, die in ihrer Wirkung durch eine Atmosphäre der Ruhe, des Vertrauens und der Verschwiegenheit intensiviert werden.
Das eigentliche „Geheimnis“ der Freimaurerei liegt jedoch in der intensiven Wirkung der Rituale. Dies ist ein Geheimnis, das sich weder zu Papier bringen noch in irgendeiner sonstigen Weise weitergeben lässt – es muss durch persönliches Erleben erlangt werden. Die Geheimnisse um die Freimaurerei geben leider immer wieder Anlass für Verschwörungstheorien, welche meist aus Unkenntnis resultieren und über die eigentlichen Ziele und Ideale der Freimaurer sowie deren positiven Wirkung auf die Gesellschaft hinwegtäuschen.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, um mit Logen in Kontakt zu kommen. Man kann sich an die Vereinigte Großloge von Deutschland (VGLvD) oder die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (AFuAMvD) wenden, die einem dann Logen im Umfeld Ihres Wohnortes nennen werden. Darüber hinaus haben heute die meisten Logen eine eigene Homepage. Erste Internet-Anlauf-Adressen wären entsprechend „freimaurer.org.“ bzw. „afuamvd.de“. Die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland bietet auch eine interaktive Website, mit der Sie Logen in Ihrer Nähe auffinden können. Die Frauen-Großloge von Deutschland bietet einen ähnlichen Service unter www.freimaurerinnen.de. Nach der ersten Kontaktaufnahme laden einige Logen (wie auch die Loge Carl zur Eintracht) bei Interesse zu Gästeabenden oder zu persönlichen Gesprächen ein. Die Logenmitglieder führen mit dem Aufnahmewilligen mehrere Gespräche, damit sich beide Seiten ein möglichst umfassendes Bild voneinander machen können.
Die Anforderungen an einen Suchenden (so wird der Aufnahmewillige bezeichnet) sind aufgrund der langen Tradition und Erfahrung des Freimaurerbundes den Fähigkeiten der meisten Menschen angepasst. Wichtig sind vor allem die Fähigkeiten zur Brüderlichkeit im Umgang mit Ihren Mitmenschen, zur Toleranz und Akzeptanz Ihres Nächsten.
Wenn Sie der Loge ihrer Wahl beitreten möchten, teilen Sie Ihren Wunsch dem Meister vom Stuhl oder einem anderen Logenmitglied mit. Daraufhin erhalten Sie das Formular des Aufnahmegesuchs, das Sie ausfüllen und bei der Loge einreichen. Nicht die Angst vor zu hohen Anforderungen sollte sie daran hindern, ein Aufnahmegesuch zu stellen, sondern allein Zweifel an Ihrem Willen, im Sinne der Freimaurerei an sich selbst zum Wohle aller arbeiten zu wollen.
Die Aufnahme erfolgt ohne Berücksichtigung von Beruf, Religion, Herkunft und politischer Überzeugung, sofern letztere nicht den Idealen der Freimaurerei entgegensteht. Weil die Loge ein Spiegelbild der Gesellschaft ist, findet man unter ihren Mitgliedern Angehörige der verschiedensten Berufe. Die Freimaurerei bietet dadurch ein Begegnungsforum für Menschen, die sich im Alltag sonst nicht begegnen würden.
Es ist durchaus möglich, dass Ihr näheres Umfeld einige Zeit nach Ihrem Beitritt zur Freimaurerei positive Veränderungen bei Ihnen feststellen wird. Dies rührt daher, dass insbesondere in den freimaurerischen Arbeiten (Rituale) die Ideale Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit thematisiert werden. Wenn sie diese Werte nach und nach stärker verinnerlichen und praktizieren und Ihre positiven Seiten stärker in den Vordergrund Ihrer Wesensäußerungen rücken, werden Sie von Ihrer Umwelt auch positiver wahrgenommen, obwohl Sie derselbe Mensch bleiben.
Der Freimaurer leitet übrigens seinen persönlichen Erfolg von seiner charakterlichen Integrität ab. Er wird sich beim Umsetzen seiner Ideale nicht hinter der Autorität einer Loge verbergen und sich auch nicht auf die Freimaurerei als höhere Instanz berufen.
Viele Freimaurer sind gläubige Menschen. Damit Angehörige aller Glaubensrichtungen ihre religiösen Anschauungen wiederfinden können, sprechen die Freimaurer vom „Großen Baumeister aller Welten“, wenn sie einen Schöpfer und Erhalter im Sinne eines ordnenden Prinzips meinen. Auf diese Weise können in der Freimaurerei die Angehörigen verschiedener Religionen und Weltauffassungen miteinander verkehren, wie es in der Idee der Toleranz verankert ist.
Dabei ist die Freimaurerei weder eine Religion noch ein Religionsersatz, und sie möchte mit den bestehenden Religionsgemeinschaften auch nicht konkurrieren. In der Freimaurerei werden keine religiösen Einweihungen, Verpflichtungen, Sakramente oder Gnaden erteilt. Die Freimaurerei will dem Einzelnen eine Hilfe für das diesseitige Leben geben und belässt dabei jedem seinen eigenen Glauben. Sie hilft sogar dabei, die eigene Religion intensiver zu erleben und Wertvorstellungen, in denen die großen Weltreligionen übereinstimmen, zu verinnerlichen.
Die Logenmitglieder treffen sich regelmäßig in ihrem Logenhaus. Große Logen besitzen oft eigene Häuser, so auch die Loge Carl zur Eintracht. Andere Logen sind Untermieter in Logenhäusern oder behelfen sich mit sonstigen Räumlichkeiten.
Mindestens einmal im Monat versammeln sich die Mitglieder einer Loge zu einer freimaurerischen, rituellen Arbeit. In diesen ‚Tempelarbeiten‘ (als Tempel bezeichnen die Freimaurer den Raum, in dem diese Rituale praktiziert werden), wird im Dialog zwischen verschiedenen Logenmitgliedern (sog. ‚Beamte‘) das Lehrgebäude der Freimaurer erklärt, bei denen die Vermittlung der freimaurerischen Ideale (siehe oben) eine fundamentale Rolle spielen (siehe auch nachfolgende Frage).
Außerdem gibt es Bruderabende (Freimaurer bezeichnen sich untereinander als ‚Brüder‘), an denen Vorträge gehalten werden oder einschlägige Themen zwanglos diskutiert werden. Die Treffen finden, außer in den Sommermonaten und zum Jahreswechsel, in größeren Logen meistens wöchentlich statt. Außer den Tempelarbeiten stehen verschiedene Veranstaltungen regelmäßig auch den Familien der Logenmitglieder und anderen Nicht-Freimaurern offen.
Da die meisten deutschen Logen als eingetragene Vereine geführt werden, findet natürlich auch eine jährliche Mitgliederversammlung nach dem deutschen Vereinsrecht statt. Die Themenkreise der Zusammenkünfte sind umfassend. Viele Vorträge befassen sich mit der Symbolik der Freimaurerei und mit Fragen des Rituals. Häufig wiederkehrende Themen beschäftigen sich mit Fragen des Lebens und des Todes, mit Ethik, Moral, menschlichen Tugenden und der Situation der Freimaurerei in der Gesellschaft sowie gesellschaftlichen, künstlerischen und wissenschaftlichen Themen. Auch aktuelle politische oder religiöse Themen werden diskutiert, allerdings mit Augenmaß, um unnötige Streitigkeiten zu vermeiden.
Ein Ritual ist der Aufnahme und Beförderung der frühen Bauhütten nachempfunden. Rituale laufen nach einem fest vorgegebenen Ablaufplan ab und dienen der geistigen Vertiefung und der Verinnerlichung der Ideale der Freimaurerei. Es werden Rituale in drei verschiedenen „Graden“ praktiziert, die auch als „Erkenntnisstufen“ bezeichnet werden. Diese beschäftigen sich mit den – nach Auffassung der Freimaurerei – drei wesentlichen Aspekten der Menschlichen Existenz: dem eigenen Dasein, dem sozialen Umfeld und dem eigenen Verhältnis zur Ewigkeit und zum Unendlichen.
Die Rituale werden von ‚Beamten‘ geführt. Sie haben die Aufgabe, dass das jeweilige Ritual stets auf dieselbe Weise abläuft und dass keine Abweichungen vorkommen, die den Sinn des Rituals verfälschen könnten.
Das Ritual spricht das Unbewusste im Menschen an und festigt seine Zugehörigkeit zu einem die Welt umfassenden, fest gefügten Bruderbund. Dadurch wirkt sich das Ritual, vergleichbar der Liturgie eines Gottesdienstes, erhebend auf den einzelnen Freimaurer aus und stärkt ihn bei der Bewältigung seiner Aufgaben im privaten, beruflichen und sozialen Umfeld.
Das Ritual hat auch heute, wie schon vor knapp 300 Jahren, seine Gültigkeit für den Freimaurer, denn es ist eine Mahnung an ein sittliches Leben mit der Aufforderung, Menschlichkeit und Brüderlichkeit sowie das Eintreten für den Nächsten zu praktizieren, sich dabei von Vorurteilen gegenüber anderen Menschen, Religionen und politischen Einstellungen frei zu machen und sich gegenüber allen Menschen, die guten Willens sind, tolerant zu verhalten.
Um die Frage direkt zu beantworten: Nein. Die Rituale der Freimaurer sind symbolische Handlungen, die ihre Kraft und Wirkung aus dem Erleben des Einzelnen beziehen. Eine Kenntnis der Einzelheiten, ohne das Erleben seiner Gesamtheit, würde den Eindruck bei einer möglichen Aufnahme schwächen und den angehenden Freimaurer um ein wesentliches Erlebnis bringen. Sie hätten als Kind wahrscheinlich auch nicht dieselbe Freude an Weihnachten gehabt, wenn Sie schon einige Tage vorher den geschmückten und erhellten Weihnachtsbaum und darunter die Geschenke zu Gesicht bekommen hätten – obwohl Sie es aus lauter Neugier vielleicht gerne getan hätten.
Insbesondere als Aufnahmeinteressierter kaufen Sie dennoch nicht die „Katze im Sack“. Über die existierende Literatur und Webseiten zur Freimaurerei sowie im Gespräch mit Freimaurern in lockerer Umgebung können Sie sich so umfassend informieren, dass von einem „blinden“ Beitritt keine Rede sein kann. Lediglich als Empfehlung sei Ihnen angeraten, auch wenn Sie beispielsweise mittlerweile im Internet ganze Ritualtexte finden können, diese nicht vorab zu lesen. Ein wesentliches Element des Rituals, insbesondere auch des eigenen Aufnahmerituals, ist das eigene Erleben, welches mit einer Vielzahl neuer, unverfälschter Eindrücke verbunden sein soll.
Sobald Sie glauben, zur Aufnahme bereit zu sein, wird Sie aus dem Kreis der Loge ein ‚Bürge‘ (den Sie sich in der Regel selbst auswählen können) begleiten. Ihm können Sie dann noch weitere Fragen stellen.
Der Zeitaufwand ist je nach persönlichem Engagement unterschiedlich. Der Mindestaufwand dürfte zwei Abende pro Monat betragen. Es besteht keine Anwesenheitspflicht und es gilt dabei der Leitgedanke: Familie vor Beruf vor Loge.
Sie sollten sich bereits vor Ihrer Aufnahme darüber im Klaren sein, dass erfahrungsgemäß nur bei regelmäßiger Teilnahme an den Logenabenden der persönliche Bezug zur Freimaurerei wie auch zu den anderen Logenbrüdern stärker ausgeprägt sein wird. Darin unterscheiden sich Freimaurerlogen nicht von anderen Vereinen. Was die Mitgliedschaft in einer Loge ebenfalls mit der in jedem anderen Verein gemein hat: Ein wenig mehr Aufwand entsteht, wenn Sie eine Funktion übernehmen. Diese Logenämter sind ausschließlich von Meistern (das ist nach dem Lehrlings- und Gesellengrad der Grad, den Sie nach Ihrer Aufnahme und bei regelmäßigen Logenbesuchen in der Regel nach 2 Jahren praktizieren) besetzt. Ein Amt kann also erst nach einiger Zeit übernommen werden. Man wird Sie deshalb erst später, sofern Sie eine entsprechende Bereitschaft dazu zeigen und Ihre Loge dies wünscht, fragen, ob Sie bereit wären, eine Aufgabe zu übernehmen. Es liegt dann an Ihnen, mit ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ zu antworten: man wird Sie niemals zur Übernahme irgendeiner Funktion zwingen.
Abschließend zum Finanziellen: Mit Eintritt in die Loge verpflichten Sie sich zur Entrichtung eines Jahresbeitrages und einer Aufnahmegebühr. Die jährliche Beitragshöhe ist von Loge zu Loge verschieden. Im Regelfall zahlen Sie zwischen 250 und 500 EUR. Der Jahresbeitrag wird, wie in jedem anderen Verein, für die Instandhaltung des Logenhauses, Mietverpflichtungen, Anschaffungen und Veranstaltungen verwendet. Jede Loge führt zudem einen kleinen Teil an die jeweils verantwortliche Großloge ab. Ein größerer Teil wird bei vielen Logen auch gespendet, sowohl an lokale Einrichtungen wie Schulen und Heime, aber auch an Notleidende in Krisengebieten oder nach Naturkatastrophen.